Norwegen. Nicht zu beschreiben. Nicht in eine Reise zu packen. Empfehlungen…. liest man Tausende, besonders über die SocialMedia-Kanäle.
Tipp von mir: fahrt drauf los. Lasst euch überraschen. Ihr findet überall was Schönes! Am Ende der Reise werdet ihr feststellen, dass so ziemlich jedes andere Reiseland an einen Norwegen-Roadtrip nicht mal annähernd rankommt.
Norwegen ist wie ein Bilderbuch. Auf einer Strecke von A nach B blättert man unzählige Male die Seiten um und befindet sich in einer neuen, unglaublich schönen Bilderbuchlandschaft. Am besten lässt es sich so beschreiben: Man schaut aus dem Fenster. Auf einen Fjord, der für sich genommen schon wunderschön ist. Im Hintergrund schneebedeckte Gipfel. Die Sonne scheint. Dann sieht man einen Wasserfall, der in den Fjord endet. Im Vordergrund ein leuchtend rotes Schwedenhaus auf einer Blumenwiese. Auf dieser Wiese stehen Schafe. Mit ihren Lämmern. Auf dem Fjord ist natürlich auch ein kleines Ruderboot zu sehen. Und als wäre dies nicht genug schwimmt noch ein Schwanenpaar ins Bild. Zack. Ein Blick aus dem Fenster. Besser gehts nicht. Von Österreich über die Schweiz über Kanada bis hin nach Neuseeland sind alle schönsten Landschaften vereint. Es ist nicht wirklich zu beschreiben!
Beste Reisezeit
Jetzt. Ende Mai! Bevor die ganzen Touristenmassen angekommen. Mit unzähligen Wohnmobilen auf den engen Straßen macht das Reisen sicherlich keinen Sinn. Die Lofoten wurden vor einigen Jahren so sehr beworben, dass die Einheimischen mittlerweile von Juni bis September flüchten, sofern sie die Möglichkeit dazu haben. Auch sind die Fähren oft so überlaufen, dass man bis zu 4 Fährfahrten abwarten muss, bevor man eine bekommt. So berichten es zumindest die Einheimischen….
Wetter
Ende Mai hatten wir eine Woche lang Glück mit dem Wetter und gut 20 Grad. Je weiter nördlich man kommt, desto kühler wird’s natürlich. In manchen Regionen liegt noch Schnee. In manchen kann man mit kurzen Kleidern rumlaufen. In der zweiten Woche waren dann 10 Grad und Dauerregen angesagt… Also sollte man für alle Wetterlagen gerichtet sein….
Eine super zuverlässige norwegische Wetterapp ist diese: https://www.yr.no/en
Einreise Hund
Die Einreise mit Hund ist relativ unkompliziert.
Folgende Punkte sind zu beachten:
- ID-Kennzeichen, Mikrochip
- gültige Tollwutimpfung (Die Gültigkeitsdauer beginnt frühestens 21 Tage nach Abschluss des vom Hersteller für eine Erstimpfung vorgeschriebenen Impfprotokolls. Für eine Auffrischungsimpfung gilt keine 21-tägige Wartezeit, wenn sie innerhalb des Gültigkeitszeitraums der vorherigen Impfung durchgeführt wird.
Die Gültigkeitsdauer wird vom zugelassenen Tierarzt im entsprechenden Abschnitt des Heimtierausweises angegeben. Eine Auffrischungsimpfung gilt als Erstimpfung, wenn sie nicht innerhalb des Gültigkeitszeitraums der vorherigen Impfung durchgeführt wird.)
- Wurmkur gegen Fuchs-Zwergbandwurm (In der Regel muss die Behandlung 120 bis 24 Stunden vor der Einreise nach Norwegen erfolgen.
Alternativ kann auch die 28-Tage-Regel angewandt werden. Dann muss der Hund mindestens zweimal vor der Reise in einem Abstand von höchstens 28 Tagen und danach regelmäßig in Abständen von höchstens 28 Tagen behandelt werden, solange das Tier nach Norwegen und von Norwegen reist.)
- Heimtierausweis
Reist ihr mit einer Fährgesellschaft nach Norwegen, so bekommt ihr vom Fähranbieter vorab nochmals alle notwendigen und detaillierten Informationen.
Routenplanung
Waze funktioniert nur bedingt. GoogleMaps funktioniert gut. Bezüglich der aktuellen Pass- und Straßensperrungen macht es jedoch Sinn, auf die Norwegische App zurück zu greifen. Hier bietet sich die Vegvesen trafikk App an.
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.vegvesen.no/trafikk
Fähren
Funktionieren auf den Punkt. Völlig stressfrei. Kaum hat man geparkt und steigt aus, ist die Fähre schon unterwegs. Man kann gemütlich zur Toilette, ggf einen Kaffee trinken, kurz schauen und schon gehts wieder ins Auto und weiter! Ein Träumchen. Je nach Länge der Fährüberfahrt muss man das Autodeck verlassen. Hunde müssen dann im Auto bleiben. Bei kürzeren Überfahrten muss man auch im Auto bleiben. Manche Fähren haben ein geschlossenes Autodeck, andere ein offenes… Es ist wirklich alles dabei 😂
Bezahlt wird entweder über Autopass. Je nach Region sind einige Fähren von Insel zu Insel auch frei.
Auf dem Kystriksveien sollte man sich die Fährzeiten vorher anschauen um längere Wartezeiten zu vermeiden. Im Sommer ist es hier wohl ziemlich überlaufen. Jetzt Ende Mai, wenn auch noch im Winterfahrplan, kommt man super entspannt von Insel zu Insel.
Infos zu den aktuellen Fährzeiten findet ihr hier: https://www.fergeruter.info/landkreis/nordland
Wichtig zu Wissen: es gibt 3 Wartespuren vor den Fähren. Als erstes fahren alle, die auf Linie 1 stehen, dann folgen die anderen.
Brücken
Hat man keine Fähre, so hat man eine Brücke. Beziehungsweise mehrere. Denn ansonsten wird’s schwer von einer Seite des Fjordes auf die andere zu kommen….
Brücken gibts hier also in allen Formen und Längen. Es gibt sogar Brücken, die direkt in einen Tunnel führen….
Tunnel
Muss man in Norwegen mögen. Von kurzen Durchgängen durch einen Fels bis hin zum längsten Straßentunnel der Welt. Dieser ist 24,5 Kilometer lang und bietet eine maut- und fährfreie Verbindung zwischen Oslo und Bergen.
In längeren Tunneln wie dem Lærdalstunnel gibt es in regelmäßigen Abständen beleuchtete Notfallbuchten, so dass man innerhalb des Tunnels notfalls eine Pause einlegen kann….
Tunnel, die unter Wasser gebaut wurden, führen bis zur Hälfte des Tunnels relativ steil bergab, bevor es dann in der zweiten Hälfte wieder steil bergauf geht. Ungeduldige LKW-Fahren überholen dann auch schonmal in einem schmalen Tunnel…. Also, Tunnelfahren in Norwegen muss man mögen 😉
Maut
Maut bezahlt man für Tunnel, Autobahnen, Fähren…. Eigentlich so ziemlich überall, wenn man keine Umwege fahren möchte. Insgesamt kommt man dann auch auf einen relativ ansehnlichen Betrag. Es gibt unterschiedliche Anbieter. Eine super Zusammenfassung findet ihr hier:
https://www.nordlandblog.de/maut-norwegen-skandinavien-autopass-epc-brobizz-ferjekort-bropas/
Tanken
Oft tankt man außerorts und in abgelegenen Regionen günstiger als in Städten oder Ortschaften.
Parken
Am sinnvollsten ist es, sich die EasyPark-App runterzuladen und das Auto zu registrieren. Schnell. Einfach. Und spart Folgekosten.
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.easypark.com/de
Essenszeiten
In Norwegen ißt man offiziell viermal am Tag. Morgens früh, um 11 Uhr gibts Lunch, um 15 Uhr ein großes Essen und um 18 Uhr Abendbrot. Die besten Sandwiches, sowie Burger und Snacks gibt es in den Tankstellen. Ansonsten findet man eigentlich weder Imbissbuden noch Restaurants außerhalb der größeren Städte.
Strom
Je weiter man nach Norden kommt umso günstiger wird’s. Ganz im Norden bekommt man sogar den Strom quasi umsonst, da es zu wenige Abnehmer gibt. An bestimmten öffentlichen Ladestationen ist das Laden der Elektroautos sozusagen gratis.
Campingplätze und Freistehen
Freistehen. Beziehungsweise das „Allemannsretten“, ist in Norwegen überall erlaubt. Zumindest für Zelte und Wanderer. Camper werden bisher noch toleriert, laufen aber eher im Grauzonenbereich. Man muss mindestens 150 Meter Abstand zum nächsten Haus halten und Natur und Tiere respektvoll behandeln….
In der Realität sieht es so aus, dass viele Parkbuchten entlang der Fjorde mit Wohnmobilen besetzt sind. Nicht wirklich schön. Neben den engen Straßen gibt es nicht viel Platz, um sich schön und der romantischen Vorstellung entsprechend irgendwo hinzustellen. An vielen Parkplätzen gibt es Parkverbotsschilder für Wohnmobile. An anderen stehen mehrere Wohnmobile dicht gedrängt. An der Straße. Nicht wirklich schön.
Campingplätze kosten zwischen 30 € und 40 € pro Nacht. Es gibt viele wunderschöne Plätze. Und einige für meinen Geschmack ganz furchtbare Plätze, auf denen die Camper dicht gedrängt stehen….
Viele Campingplätze haben einen Self-Checkin, was sehr praktisch ist.
Infos zu den wunderschönen Stellplätzen, die wir gefunden haben und die ich eigentlich alle empfehlen kann, findet ihr hier:
https://melles.blog/stell-campingplaetze-norwegen/
Eine hilfreiche App ist die NorCamp App: https://www.norcamp.de/de/camping.stellplaetze.huetten.48.html
Sprache
Nicht zu verstehen aber gut zu lesen. Mit Englisch kommt man überall durch! Viele Campingplatzbesitzer haben sich auch auf die deutschen Touristen eingestellt und sprechen deutsch….
Souvenirs
Und wenn wir schonmal bei Touristen sind…. Ist man nicht gerade in den großen Städten unterwegs, so darf man nicht auf Souvenirläden hoffen. Oder auf kleine Stände in Tankstellen. Oder Shops. Oder in Nationalparks. Wir sind auf unserer Reise über nicht einen Artikel gestolpert. Keine Magnete. Keine Mützen. Nix. Die Norweger brauchen die Touristen nicht. Sie akzeptieren sie. Sie machen ihnen aber nichts daher. Außerordentlich sympathisch.
Nationalparks
Genau dies gilt auch für die Nationalparks. Von denen es unzählige gibt. Es gibt Infotafel für die Besucher. Auch ausreichend Informationen. Aber keine Bänke. Keine Sicherungen-zumindest nicht in denen, die wir besuchten. Keine Ferngläser, um beispielsweise die Moschusochsen besser sehen zu können.


