Kooperationen Teil 2

Nun stehen noch 2 Fragen offen von meinem vorherigen Blogbeitrag.

  • Ab wann bekomme ich Kooperationen mit Firmen?
  • Wie viel Geld kann ich verlangen?

Prinzipiell zu sagen, „ich bin zu klein, ich bekomme keine Kooperation“, stimmt so nicht.

Firmen schauen oft schon nach kleineren Accounts.

Ab ca. 1000 Follower könntest du bereits angefragt werden von Firmen. Es sind oft kleinere Firmen oder Firmen die so wenig wie möglich Budget ausgeben wollen.

Darauf gehe ich auch noch in diesem Beitrag ein.

Wenn du wirklich darauf aus bist, Kooperationen an Land zu ziehen, wäre es grundsätzlich von Vorteil in deinem Account eine E-Mail zu hinterlassen, auf die die Firmen zurück greifen können. Ist jedoch kein Muss.

Wenn du bereit bist eine E-Mail Adresse zu hinterlassen, kann ich dazu raten extra eine dafür neu anzulegen um gesondert deine Mails nur in dieses Postfach zu bekommen. Zudem hast du einen besseren Überblick.

Umso höher deine Reichweite wird, umso interessanter wirst du für die Firmen. Zwischen 5000 und 10.000 Followern wird es schon deutlich interessanter.

Und da kann es auch sein, dass nicht die Reichweite alleine Ausschlag gebend ist, sondern deine Engagement rate.

Engagement Rate = (Likes + Kommentare) / Follower

Im Internet wird diese inzwischen seit einiger Zeit hinterfragt. Es gibt viele Faktoren für die Firmen.

Die Engagement Rate kannst du ganz leicht über Google abfragen.

Um weitere KPI´s (Kennzahlen) zu sehen, könntest du deinen Account auf Business umstellen. Wenn das nicht interessant für dich ist und du auch keine Kooperationen machen möchtest, kannst du natürlich deinen Account als Privataccount belassen. (ob öffentlich oder auf privat gestellt, ist jedem selbst überlassen)

Worüber jedoch keiner offen spricht….Blogger fragen auch Firmen an! Das habe ich selbst auch schon getan, für Projekte oder Herzenswünsche.

Sprich, hast du Interesse mit einer bestimmten Firma zusammen zu arbeiten, so traue dich sie anzuschreiben. Du verlierst dabei nichts.

Wichtig wäre nur, dass du Firmengröße und deine Accountgröße dabei im Blick behältst. Bei einer großen Firma ist es unwahrscheinlicher, dass sie eine Kooperation mit einem Account eingehen der 100 bis 1000 Follower hat. (es gibt natürlich immer Ausnahmen)

Prinzipell, suche dir Produkte, die zu dir passen, die du ruhigen Gewissens vertreten kannst. Bleib authentisch!

Und wie du im vorherigen Beitrag gelesen hast, zahlst du Steuern und hast Papierkram, der dann auf dich zu kommt.

Wichtig und das musste auch ich selbst lernen, (ich bin mir sicher auch viele andere Instagramer die inzwischen größer sind), verkaufe dich nicht unter Wert!

Ich weiß wie es ist…man freut sich so sehr, wenn die ersten Anfragen von Firmen rein flattern….man ist so euphorisch und total aufgeregt, dass man schnell sich auf Angebote einlässt, die aus meiner heutigen Sicht, teilweise echt frech sind.

Denn was nicht beachtet wird, woran zu nächst nicht gedacht wird…:

  • Du musst es beim Finanzamt angeben
  • Du zahlst darauf Steuern
  • Du hast…und das ist das was so oft unterschätzt wird, damit einen Arbeitsaufwand und benötigst Zeit.
    • Zeit für zb. ein Unpacking
    • Zeit für das zurecht machen des Produktes und der Umgebung,
    • Zeit um Fotos zu produzieren,
    • Zeit um sie eventuell zu bearbeiten,
    • Zeit den Post fertig zu machen und/ oder Storys,
    • Zeit um zu posten und Fragen zu beantworten….
    • Vielleicht sogar auch zeit um deshalb eine Ecke umzuräumen…

Es gibt nicht umsonst das Sprichwort: „Zeit ist Geld.“

Wer schon eine Weile bei Instagram unterwegs ist und selber einen Account pflegt, weiß wie schnell und wieviel  Zeit  dabei verstreicht.

Unterschätze dies nicht.

Und zu sagen, „ja aber ich bin doch noch ein kleiner Account und kann nichts verlangen“…

Doch kannst du.

Werbung, in welcher Form auch immer kostet Geld.

Viiiiiiieeeeeeel Geld.

Was kostet ein Fotograf die Stunde? (Und das ist nur ein Faktor)

Hast du daran gedacht?

Deshalb, und sorry liebe Firmen, verkaufe dich nicht unter dem Wert.

Mal als Beispiel…

Ein Account zwischen 1000 und 3000 Followern bekommt eine Kooperationsanfrage, zu sagen wir mal Postern. (Erfahrungsgemäß fängt es damit an)

Dort heißt es; „Du darfst dir im Wert von 50/60 € etwas aussuchen. Dafür möchten wir gerne 1 bis 2 Posts und jeweilige Story, gerne auch ein Unpacking. (Dieses Unpacking ist meistens im Schnitt 3 bis 5 Storys a 15 Sekunden)

Dazu geben wir dir für deine Follower einen Rabattcode von XX Prozent.“ (Manche Firmen möchten vielleicht dazu noch mal eine Story wo du deine Follower daran erinnerst)

Jetzt überschau doch mal das ganze was du dafür machst!!!!

In diesem Beispiel haben deine Follower sogar fast mehr davon, als du selbst. (zb 20% Rabatt auf das ganze Sortiment)

So eine Kooperation, und erst recht mit diesem Warenwert, habe ich selbst nicht angenommen. Denn das ist unglaublich frech in meinen Augen. (jeder kann darüber anders denken)

Als ich mit Kooperationen anfing, das gebe ich zu, gab es schon Kooperationen mit 100 € Warenwert, 1 Post, 2 Storys, ggf einen Rabattcode für meine Follower. Und das war immer noch ein mega Deal für Firmen.

Nur am Anfang denkt man nicht darüber nach, wenn man größer ist und vielleicht wirklich auch das ein oder andere Honorar haben möchte. Damit macht man sich und anderen Bloggern die Preise kaputt.

Prinzipiell empfehle ich, sei Selbstbewusst und handel. Du merkst schnell bei Antworten darauf, dass sie nur auf billige Werbung aus sind. Hinterfrage dich das, ob das für dich ok ist.

Den Mehrwert haben die Firmen, nicht du.

Und bedenke, du musst es genauso versteuern.

Es gibt sicherlich auch Anfragen, wo das Produkt so toll ist, und man am Anfang auf ein Honorar verzichtet. Das habe ich auch schon getan, jedoch war der Warenwert auch viel Höher.

Nun noch mal im Überblick:

  • Kooperationen bekommst du auch als kleineren Account.
  • Frage Firmen ob sie Interesse haben. (Stell dich und deinen Account kurz vor (link dazu ist von Vorteil) und schreibe, warum du glaubst, das eine Zusammenarbeit gut passen würde.)
  • Sei selbstbewusst und verkaufe dich nicht unter Wert
  • Trau dich und handel mit dem Ansprechpartner (jede Firma ein gewisses Budget für Werbung zur Verfügung)
  • Beachte wie viel Arbeit du mit den Bedingungen hast
  • Nimm Anfragen ggf an, mit denen du dich wohl fühlst
  • Sei dir nicht zu schade, auch Anfragen höflich abzulehnen
  • Du hast im Jahr einen Freibetrag von 410€ und der volle Warenwert wird damit berechnet
  • Alles über den Freibetrag muss versteuert werden
  • Bist du über den Freibetrag und möchtest weitere Kooperationen annehmen ist es wichtig ein Kleingewerbe anzumelden, ein Impressum zu führen mit Steuernummer
  • E-Mail Adresse für die Firmen im Account hinterlegen und ggf ein Business Account führen
  • Honorare werden versteuert
  • Du brauchst Zeit

Nun komme ich zu der 2en Frage in diesem Beitrag, der wahrscheinlich einige interessieren wird, gerade zu Anfang.

Wieviel Geld kann ich verlangen?

Prinzipiell gibt es hier kein richtiges Schema F.

Jedoch findet man oft immer wieder einen Berechnungssatz der besagt; pro 1000 Follower sind es 5-10 Euro pro Bild, je nach dem wie der Aufwand dafür ist.

Das ganze brauchst du einfach nur hoch zu rechnen.

Eine andere gute Plattform, um sehen zu können was im Schnitt deine Bilder Wert sind, ist Blogfoster (unbezahlte Werbung).

Registriere dich dort, konfigure die Insights mit deinem Instagram-Account und ggf Blog und sieh dann den Wert.

Beachte hier, bei diesem Betrag kannst du noch mal 10% bis 20% drauf schlagen. Das ist ca. die Provision die dort „angeblich“ genommen wird.  Denn dort kannst du auch immer wieder mal schauen ob vielleicht Kooperationspartner und Angebote für dich dabei sind.

All das sind nur ungefähre Richtlinien nach denen du gehen kannst um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Prinzipiell selbst mit einem Honorar ist Werbung über Instagram mit Bloggern für die Firmen ein gutes Geschäft. Durch die Reichweite erreichen sie viel mehr Menschen mit einmal. Die Interaktion ist dort mit der Community eine völlig andere.

Hab also kein schlechtes Gewissen.

Im besten Fall sind alle Parteien glücklich und zufrieden.

Und keiner arbeitet umsonst! Außer du lehnst Geld strikt ab. J

Ich hoffe nun vielleicht einige Fragen damit beantwortet zu haben. Hat dir der Beitrag gefallen? So freue ich mich über ein „Gefällt mir“.

Deine Melle