Das Räume-monster hat zugeschlagen, an einem Wochentag spät abends….

Mich überkommt ziemlich oft ein Gedanke oder eine Idee…ich weiß nicht, ob es typisch Frau ist, doch „muss“ die Umsetzung in den meisten Fällen sofort sein.

Jetzt mal im Ernst. Kennst Du das?

Ich gehe an eine Ecke oder Raum immer wieder vorbei und denke…hmmmm…. ich könnte doch… Wie würde das wohl aussehen?… Ob das gut aussieht?…. es ist ein innerer Dialog… eine Unterhaltung mit mir selbst.

Ich habe zwar ein gutes räumliches Denken und gute Vorstellungskraft, doch manchmal „muss“ es einfach probiert werden. Dann denke ich mir… “kannst es ja wieder zurück stellen, wenn es nicht gefällt.“ …

Nun ja, so kann es mal vor kommen, dass ich statt mich des Fernsehprogramms zu bedienen, lieber umstelle, verrücke oder auch gerne mal malere.

Und wer sich fragt, wie kann das ein Mann aushalten….. ich glaube den gibt es… er ist mir noch nicht in Baumärkten, beim Einkaufen oder auf Flohmärkten begegnet.

Zurück zum Thema…. Da stand ich nun an einem Wochentag zum späteren Abend. Ich stand im Türrahmen und stellte mir vor, wie mein Bett anders stehen würde… wie es wohl wirkt mit den 2 verschiedenen farbigen wänden… ob ich zur neuen Himmelsrichtung gut schlafen würde. Oder ob es mich stört nicht aus dem Fenster schauen zu können… und dann ermahnt mich eine innere Stimme..

„orrrr probier es doch einfach“ … “machstes gleich, hastes weg“ …

Ja das ist original der Dialog, der in mir aufkommt.

Der letztere „Spruch“ kommt im Übrigen öfter vor und ich sage ihn auch öfter mal, wenn jemand herum „eiert und nicht zu potte kommt“. (so sagt man doch)

Nun schaue ich ein letztes Mal auf den Stand, wie es gerade steht. Zur Motivation schalte ich Musik ein. Bei mir sind es gute 80´er Jahre Songs die richtig gute Laune machen.. oftmals träller ich laut mit, während in meiner Wohnung alle Türen geöffnet sind. Ich habe bestimmt schon des Öfteren Bewohner des Hauses belustigt.

Getreu nach dem Motto; „Bin ich glücklich, sind es auch andere.“

Als erstes wird alles raus geräumt was stört beim verrücken. Mie Matratze wird heraus geschoben in den kleinen Flur. Spätestens jetzt darf es nicht mehr an der Tür klingeln, geschweige, dass ich in Küche oder Bad gelange.

Die Lattenroste werden vor die Schlafzimmertür geschleppt und das Bett hochwärts gestellt. Bei dem schmalen Raum ist es nicht einfach alles herum zu rücken…. nein nein… es erfordert etwas mehr Anstrengung. Ich muss das Bett hoch heben, so dass das Kopfteil komplett den Boden berührt und erst dann kann ich es in die gewünschte Position schieben.

Ich hänge zwar oftmals wie ein Schluck Wasser daran und ziehe, rücke, schiebe, drücke….. doch ich habe ein Ziel.

Da zahlt sich Sturheit, etwas haben zu möchten, Zielstrebigkeit und eine gehörige Portion „Hummeln im Ar.. “ aus.

Während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir auf, dass es mir schwerer fällt mich in neue Positionen der Möbel einzufinden als Farben an die Wände zu bringen.

Nach dem das Bett und Kommode standen, so wie sie jetzt stehen, brauchte ich eine Weile, wie ich es mit den Pflanzen stelle. Ich hatte an dem Abend dann irgendwann aufgehört weiter zu optimieren. Ja etwas unfertig stehen zu lassen muss man auch aushalten können. Und ich gebe zu, es fällt mir echt schwer. Doch die Müdigkeit hatte gesiegt. Ich brauchte noch den nächsten Tag um alles so stehen zu haben, wie es hier zu sehen ist.

Ich bin super zufrieden und die erste Nacht in diese Himmelsrichtung zu schlafen, war auch super. Wenn das nicht funktioniert hätte, hätte ich alleine deswegen alles wieder zurück gerückt, egal wie schön ich es fände.

Das kuriose an der ganzen Sache ist; so schön ich es gerade finde, so wohl ich mich auch fühle…… der Tag wird kommen, wo ich wieder im Türrahmen stehe und denke.. “ich glaube das Kopfteil an der Wand würde mir wieder gut gefallen.“

Und mit diesem Wissen frage ich mich selbst: Was ist es, das ich immer wieder diese räumliche optische Veränderung brauche?

Es ist wie ein Lebensabschnitt, der sich wieder und wieder verändert und Frauen oftmals nach solchen Veränderung, ganz gleich welche es sind, zum Friseur gehen. Kennst du dieses Phänomen?

Oder erst mal schoppen gehen um sich mit neuen Kleidungsstücken auszustatten. Da gibt es einige Muster….

Und das Ende vorerst dieser Geschicht; mir gefällt es, doch wie lange weiß ich nicht.

Deine Melle